Kein Grab ist stumm

 

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4 - 1 - 43/44 (Reuther)

Bildteil

DIE GRABINSCHRIFT IST NICHT ERHALTEN.

ÜBERLIEFERTE GRABINSCHRIFT

Mein lieber Leser fasse dich, steh still

Und lies jetzt meine Trauer und Todesgeschicht.

Im Jahre achtzehnhundert und dreyzehn

Mußten die Bewohner Münchens

Der schaurnden Geschichte jammervoll entgegen sehen

Wo am dunklen Abend des Septembers

Zum Schreckensbild an dem dreyzehnten Tag

Die Isarbrücke jäh nach sechs Uhr Schlag

Mit vielen Menschen durch des Stromes Wuth

Schäußlich grausam unter Schutt und Wellen lag

Entrissen war dem Weib der Mann

Vermißt auf ewig hin ein Vater

den fünfen seiner theuren Kinder

Nun Freund und wer du immer bist

Und wenn dein Herz noch edel und gefühlvoll ist

So weine

Am diesen seltnen Mann, den edlem Baier

bei seinem Leichensteine

Und werde auch, wie er ein Mann

So tugendhaft - so gut - und dann

Dann wird auch einst dein Leichenstein

Mit Thränen von den wenig Edlern

Sicher und gewiß umflossen sein.

© DR. MAX JOSEPH HUFNAGEL: BERÜHMTE TOTE IM SÜDLICHEN FRIEDHOF ZU MÜNCHEN. ZEKE VERLAG; 4. AUFLAGE. WÜRZBURG, 1983.

Ω

 

 

 

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ISSN 2367 - 3907

© Reiner Kaltenegger. 2007 - 2017.